• account_circle Das meint unser Herausgeber ...

    Allein auf den Glauben und nicht die Werke machen den Menschen in den Augen Gottes gut, gerecht, selig und frei – das hatte Luther bereits in vorherigen Abschnitten behauptet. Aber warum eigentlich? Was ist es, das den Glauben so bedeutsam macht und vor allen Werken auszeichnet? Auf diese Frage geht Luther in den Abschnitten 11 bis 13 in immer neuen Bildern und Begründungen ein.

    Zunächst greift Luther ein Alltagsbeispiel aus dem zwischenmenschlichen Miteinander heraus: Man erweist einem anderen Menschen Ehre, man respektiert, schätzt und achtet ihn, wenn man ihn für vertrauenswürdig hält. Ebenso ist es mit dem Glauben: Wer Gott glaubt, der zeigt, dass er ihn für vertrauenswürdig und ehrbar erachtet. (PS: Mit „vertrauenswürdig“ wird hier das Wort „frum“ wiedergegeben; dazu siehe den Blogbeitrag fromm = fromm?)

    In Abschnitt 12 wechselt Luther zum Bild der Ehe. Bis heute ist es faktisch so, dass die meisten Ehen zwischen Personen geschlossen werden, die ganz gut zueinander „passen“ (hinsichtlich Bildungsgrad, soziale Herkunft etc.). Zu Luthers Zeiten hatte eine Ehe natürlich standesgemäß zu sein. Doch die Ehe zwischen Christus und dem Menschen – mit dem Glauben als Ehering – ist das genau Gegenteil: Eine Ehe zwischen dem höchsten König und einer verachteten Hure (ja, damit sind wir gemeint). Der „Nutzen“ der Ehe besteht in der Gütergemeinschaft: Was mein ist (Schuld, Versagen, Sünde), ist sein (und wird vernichtet). Und was sein ist (Gerechtigkeit, Freude, Seligkeit), ist mein (und wird erhalten).

    Schließlich geht der 13. Abschnitt auf die (zehn) Gebote Gottes ein – hier sind doch nun wirklich Werke gefordert, oder? Aber wie Luther ausführlich in seiner Auslegung der 10 Gebote („Von den guten Werken“) dargelegt hatte, die wenige Monate vor der Freiheitsschrift erschienen war: Die einzelnen Gebote werden nur dann erfüllt, wenn bei und in allen anderen auch das erste Gebot erfüllt wird, an dem alle anderen hängen. Und dieses erfüllt allein der Glaube, nämlich Gott als Gott anzuerkennen.

    Luther kombiniert verschiedene Zugänge und Bilder, um darzulegen, was der Glaube ist und warum ihm dieser so wichtig ist: Die zwischenmenschliche Glaubwürdigkeit, die Ehe und das Erfüllen der Gebote. Würdet ihr sagen, das ist ihm gelungen? Was fasziniert euch an den Beispielen und was befremdet euch? Welche anderen Vergleiche und Veranschaulichungen würdet ihr wählen, um den Glauben zu erklären?

    jonathandontospamme@gowaway.freiheit2017.net

     

     

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