03.12.16

Der Offline-Auftakt: Baden-Württemberg liest Luther

Schauspieler, Gefängnispfarrerin, Psychologe, Landtagspräsidentin, Musiker, Württembergischer Landesbischof: Am 17.11. war Auftakt der Leseaktion von Luthers Freiheitsschrift. Wir starten im kommenden Jahr durch, die Diskussion in den Gemeinden beginnt schon jetzt.

Update vom 05.12.2016: Kirchenfernsehen.de hat eine verbesserte Version des Videos hochgeladen. Wir haben unsere Links aktualisiert.

Unser Stand im Cannstatter Kursaal mit Teammitglied Jonas Frank.

Am 17.11. haben wir freiheit2017.net zum ersten Mal vorgestellt – und zwar gleich im ganz großen Rahmen: auf der Auftaktveranstaltung für die Leseaktion "Baden-Württemberg liest Luther" im Kursaal von Stuttgart-Bad Cannstatt. Neben den vielen wichtigen Personen aus Landeskirche und Politik, die dort über Luthers "Von der Freiheit eines Christenmenschen" diskutierten, waren wir natürlich eher eine Nebensache. Trotzdem konnten wir im Foyer mit einem kleinen Stand schon einmal einen Vorgeschmack darauf liefern, was es im neuen Jahr bei uns alles geben wird.

von Jakob (Mail / Twitter)

Wie an den vielen Warnboxen auf freiheit2017.net unschwer zu erkennen ist, sind wir noch nicht richtig bereit, unser Schiff in tiefere Fahrwasser zu steuern. Als Ehrenamtliche haben wir im Moment noch alle Hände voll mit der Edition von Luthers Schrift zu tun. Ab Januar ist sie dann in ihrer ganzen Pracht digital zu erleben. Damit ist dann auch der Text fertig, über den wir ab Ende April diskutieren wollen Die Offline-Variante von "Baden-Württemberg liest Luther" ist da schon viel weiter.

Die Leseaktion für Gemeinden, Vereine und interessierte Gruppen begann mit einer Auftakt-Diskussion über Luthers Freiheitstext mit der Beauftragten für das Reformationsjubiläum Christiane Kohler-Weiß, dem württembergischen Landesbischof Frank-Otfried July, der baden-württembergischen Landtagspräsidentin Muhterem Aras, einer Gefängnispfarrerin und einem Psychologen. Im Foyer war aber auch Platz für uns. An unserem Stand konnten Besucherinnen und Besucher das eigentlich erst im April freigeschaltete Diskussionsmodul von freiheit2017.net testen und ihre Vorstellung von Freiheit direkt auf einem Großbildschirm anzeigen lassen. Diese am 17.11. gesammelten Meinungen stehen jetzt auf unserer Startseite.

Worum es sonst noch bei der Auftaktveranstaltung ging, das kann Rainer Schwarz von kirchenfernsehen.de besser berichten als ich:

 

Übrigens: bei 0:21 ist Martin Luthers entscheidende Argumentation nicht ganz zu verstehen. Denn in der Freiheitsschrift heißt es nicht nur: "Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemandem untertan", sondern auch: "Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan."

Auf Plakaten zum Reformationsjubiläum sehe ich oft nur den ersten Satz. Der ist ja auch viel eingängiger: die Freiheit, von anderen Menschen und Dingen in Ruhe gelassen zu werden. Aber Luther ist anscheinend die "Freiheit in Bindung", welche der Landesbischof bei 2:07 anspricht, genauso wichtig. Ist das jetzt "typisch Theologe" (2:07) ?

Auf jeden Fall macht es Luther zu einem komplizierten Gesprächspartner, wenn Freiheit bei ihm solch ein doppeltes Gesicht hat: Kann ich, darf ich, muss ich, zugleich Herrin oder Herr und Untertan oder Untertanin sein? Wie passt Luthers Vorstellung eigentlich in unsere Welt?

Darüber wollen wir mit Euch ab Mai 2017 auf freiheit2017.net diskutieren - und "nicht immer nur […] Lutherbier trinken" (Christiane Kohler-Weiß, bei 0:39).