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    Grundgedanken dieses Abschnitts:
    1) Der freie Dienst, den Christus „mir“ erwiesen hat, den erweise „ich“ als Christ anderen Menschen.
    2) Auf diesem Weg wirkt Christus durch seine Gläubigen an anderen Menschen.
    Wer Christus durch sich wirken lässt, wird einem anderen zum Christus.
    3) Die Christen untereinander bilden eine Gemeinschaft, in der Christus in jedem und jeder wirkt. Jeder Christ begegnet den Wirkungen Christi in sich selbst, agiert sie aus und empfängt sie wiederum von anderen.

    ZU 1) Christus lebt in der vollen göttlichen Freiheit, nichts zu müssen und alles zu können. Aber er erniedrigt sich selbst und begegnet uns „schlechten“ Menschen auf Augenhöhe. Christus geht den ersten und letzt-entscheidenden Schritt auf uns zu. Wir sind nicht in der Lage, aus uns selbst heraus wirklich „gut“ zu sein. Wir stehen in Gefahr, abzurutschen und weit entfernt von Gott unser Leben zu leben – und es am Schluss zu verlieren. Wir sind vor Christus in Not. Dass er uns aus freien Stücken dient – und macht und leidet, was er nicht machen und leiden muss, haben wir nötig. Unser Herz von selbst zu Gott hinwenden, könnten wir nicht. Christus macht sich für uns greifbar und angreifbar, um durch Zuwendung und Geduld unser Herz zu gewinnen und uns mit Gott zu versöhnen. In der Versöhnung, die er stiftet, erkennen wir, dass Gott es zutiefst gut mit uns meint und wir ihm voll vertrauen können – und tatsächlich vertrauen. Das heißt „Glauben“.

    So findet ein Christ in seinem Glauben den vollen Lebensmut, das Vertrauen und die Zuversicht, dass es für ihn am Ende gut werden wird und Gott auch das Schlechte, das ihn bedrängt, ihm zum Guten dienen lassen kann. Er hat alles, was er für seine Seele zum Leben braucht und muss nichts dafür tun. In seiner Seele ist der Christ uneingeschränkt frei. Er muss für Gott nichts tun und kann seine Beziehung zu Gott gestalten, wie er/sie möchte. Eine Christin muss nichts und kann alles. Damit haben Christen „die Hände frei“.
    Eine Christin lebt aber unter ihresgleichen mit anderen Menschen, Christen und Nichtchristen. Und hier begegnet ihr einige Not. Aus dem Überfluss den sie erfahren hat durch Christus, kann sie anderen geben und ihnen in der Not aushelfen. Dazu kann geistlicher und seelischer Beistand genau so gehören wie materieller und finanzieller Beistand, was immer die Not lindert. Mit seinen freien Händen kann der Christ an anderen handeln.

    ZU 2) Da Christus als lebendiger Auferstandener ständig in einer Christin wirkt, sie ihn ständig nötig hat, bekommt sie im Glauben immer wieder Impulse, sich anderen Menschen zuzuwenden. Was Christus an ihr in Gutem wirkt, dringt durch sie nach außen zu anderen Menschen. Andere Menschen erfahren im Handeln eines Christen, was Christus möglich machen kann. Anderen zum Christus werden, kann bedeuten, gegen alle Erwartung den ersten Schritt auf jemanden zu zu machen, von dem es nichts zu erhoffen gibt. Es kann bedeuten, herzugeben, zurückzustecken, andere zu verteidigen, gegen Ungerechtigkeit den Mund aufzumachen – und mich dadurch angreifbar zu machen und selbst Risiken auszusetzen. Es kann bedeuten, mich mit denen auf eine Stufe zu stellen, die nichts können und nichts „wert sind“, um ihnen auf Augenhöhe zu begegnen: Knecht werden für andere, aus freien Stücken.
    Wo so etwas uneigennützig geschieht, ist Christus selbst am Werk, weil er im Christen wirkt und immer wieder sein Herz von Angst und Sorge um sich selbst befreit. Durch die „freien Hände“ eines Christen wirkt Christus an den anderen Menschen. Daher kann Luther sagen, ein Christ wird einem anderen zum Christus.

    ZU 3) In einer christlichen Gemeinschaft erfährt eine Christin die Form uneigennütziger Zuwendung, die sie selbst ausübt, und ein Christ arbeitet mit anderen zusammen, die wie er selbst da zupacken, wo Not ist. Auf diese Weise wirkt Christus in, durch und unter allen Christen und die christliche Gemeinschaft wird so zu einer Einheit, in der Christus „alles in allen“ wird.

    Offene Fragen:

    • Wie weit geht das Knechtsein für andere?
    • „Funktioniert“ ein solches Leben, ganz für andere da zu sein, denn heute tatsächlich oder ist das Risiko der Selbstausbeutung zu hoch?
    • Wo erlebe ich eine christliche Gemeinschaft, in der ich das Gefühl habe, hier wirkt Christus durch die anderen und mich?
    • Habe ich einmal erwartet, eine solche Gemeinschaft zu finden, und bin empfindlich enttäuscht worden?

    hannidontospamme@gowaway.freiheit2017.net

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