Abschnitt 18 aus Luthers Freiheitsschrift

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» Zum 18.: Aus all dem lernen wir, dass es nicht genug gepredigt sei, wenn man Christi Leben und Werk oberflächlich und nur als eine Historie und Chronik-Geschichte predigt, geschweige denn, wenn man seiner ganz schweigt und das geistliche Recht oder andere Menschengesetze und -lehre predigt. Es sind auch viele, die Christus so predigen und lesen, dass sie Mitleid | [B3v] mit ihm haben, mit den Juden zürnen oder auf andere kindische Weise damit umgehen. Aber er soll und muss so gepredigt sein, dass mir und dir der Glaube draus erwachse und erhalten werde. Dieser Glaub wird dadurch erweckt und erhalten, dass mir gesagt wird, warum Christus gekommen sei, wie man ihn gebrauchen und benutzen soll, was er mir gebracht und gegeben hat. Das geschieht, wo man recht auslegt die christliche Freiheit, die wir von ihm haben, und wie wir Könige und Priester sind, aller Dinge mächtig, und dass alles, was wir tun, vor Gottes Augen angenehm und erhört sei, wie ich bisher gesagt habe. Denn wenn ein Herz so von Christus hört, dann muss es von ganzem Grund fröhlich werden, Trost empfangen und süß werden gegen Christus, und ihn wiederum lieb gewinnen. Dahin kann es niemals mit Gesetzen oder Werken kommen, denn wer will einem solchen Herzen Schaden zufügen, oder es erschrecken? Fällt die Sünde und der Tod ein, so glaubt es, Christi Güte sei sein, und seine Sünde sei nicht seine eigene, sondern die Christi; so muss die Sünde verschwinden vor Christi Güte in dem Glauben, wie oben gesagt ist; und es lernt mit dem Apostel, dem Tod und der Sünde zu trotzen und zu sagen: „Wo ist nun, du Tod, dein Sieg? Wo ist nun, Tod, dein Spieß? Dein Spieß ist die Sünde. Aber Gott sei Lob und Dank, der uns den Sieg gegeben hat, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Und der Tod ist ersäuft in seinem sieg usw.“ [1. Kor. 15,54-57]. «